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  • Jean-Marc Büchler

Leerstände in der Schweiz

Aktualisiert: 19. März 2019

Die Resarch-Abteilung der Credit Suisse hat im März 2019 eine interessante Immobilienstudie veröffentlicht. Über LinkedIn wurde diese Studie wie folgt von Herrn Fredy Hassenmaile per Video-Botschaft kommentiert:


Zitat: " Die Wohnungslandschaft der Schweiz wird zunehmend durch Leerstände gekennzeichnet und trotzdem werden laufend mehr Wohnungen gebaut. Das ist erklärungsbedürftig. Der Immobilienmarkt der Schweiz wird derzeit hochgradig fremdbestimmt. Man kann sagen die Immobilienmärkte wurden durch die ultraexpansive Geldpolitik der Zentralbanken weltweit gekidnappt. Die Negativzinsen führen dazu, dass die Immobilienrenditen äusserst attraktiv erscheinen. Dadurch fliesst immer mehr Kapital in Richtung der Immobilienmärkte, was dort die Preise der Renditeliegenschaften nach oben drückt. So weit so gut für die Besitzer von solchen Renditeliegenschaften, doch als Folge der Negativzinsen werden immer mehr solche Wohnungen gebaut. Die Leerstände werden damit immer mehr zu einem Problem und dürften uns noch auf Jahre hinaus beschäftigen." Zitatende.


Bis zu diesem Punk gebe ich Herrn Fredy Hassenmaile recht. Die Credit Suisse empfiehlt nun folgende Rückbesinnung:


Zitat: "Die Vermarktung wird immer kompetitiver und zwingt die Immobilienbesitzer zu einer Rückbesinnung auf die Qualität der Wohnungen. Hier kommen die Grundrisse mit ins Spiel. Gut durchdachte Grundrisse können die Qualität von Wohnungen sehr stark verbessern und damit das Leerstandsrisiko für die Immobilienbesitzer reduzieren. Das alte Credo zu den zentralen Faktoren auf dem Wohnungsmarkt - die Lage, die Lage und nochmals die Lage - muss damit durch den Hinweis auf den Stellenwert der Grundrisse ergänzt werden." Zitatende.


Ich habe diesem Videonachricht folgenden Kommentar angefügt:


Der differenzierte Hinweis auf den Stellenwert der Grundrisse, das Wohlbefinden und die Sicherheit der Nutzer ist nicht neu. Auch Top-Grundrisse an C-Lagen haben ein erhöhtes Leerstandsrisiko.


Das Problem (Leerstände) liegt eher bei der Risikoverschiebung die zum Investitionsentscheid geführt haben. Der institutionelle Investor kauf immer mehr zum Preis wie ein privater Investor zahlen würde, die privaten Investoren kaufen zu Preisen wie ein Selbstnutzer und dieser veliebt sich ebenso gerne in Luxusobjekte - mit dankbarer Unterstützung von der refinanzierenden Bank. Die SNB warnt in regelmässigen Abständen.


Die Wettbewerbsverzerrung im Euroraum hat langsam aber stetig zu dieser Verschiebung zu höherer Risikoaffinität bei allen Immobilieninvestoren geführt - bei guten und schlechten Grundrissen, bei guten und schlechten Lagen. Sollten die Zinsen in der Schweiz jemals wieder steigen (abhängig vom ESM), ist es sicher besser wenn man marktfähige Raumstrukturen anbieten kann.


Jeden Modetrend muss man nicht folgen, aber fähig sein in gegebenenfalls folgen zu können. Das "neue" CS-Credo auf dem Titelbild der CS-Studie verdeutlicht nur die "Wo-noch-Platz-ist"-Strategie.






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